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KFF-Training · 4 Min. Lesezeit

Figuren zusammensetzen im MedAT: Format, Strategie und Übung

Bei Figuren zusammensetzen wird nicht die Zielfigur zerlegt, sondern aus vier Antwortfiguren die passende gesucht. Wer das Format kennt, löst die Aufgaben durch Ausschluss statt durch gedankliches Puzzeln.

Veröffentlicht am

Figuren zusammensetzen ist die erste Aufgabengruppe des KFF-Teils und startet direkt nach der Mittagspause. 15 Aufgaben in 20 Minuten bedeuten rund 80 Sekunden pro Aufgabe.

#Das Format

Viele unterschätzen diesen Untertest, weil sie sich die Aufgabe falsch vorstellen. Vorgegeben sind die Einzelteile, je nach Aufgabe etwa drei bis sieben Stück. Darunter stehen vier vollständige Figuren als Antwortmöglichkeiten A bis D, dazu Option E für den Fall, dass keine davon passt.

Gefragt ist also nicht, wie sich eine bekannte Zielfigur zerlegen lässt, sondern welche der vier Figuren aus den gegebenen Teilen entsteht. Die Lösungsfiguren sind immer geschlossene geometrische Formen, typischerweise Vielecke oder Kreisformen.

Zwei Regeln gelten dabei streng:

  • Die Teile dürfen gedreht werden, gespiegelt werden dürfen sie nicht.
  • Seit 2021 darf auf dem Testblatt nichts gezeichnet oder markiert werden. Gelöst wird ausschließlich im Kopf.

#Die Strategie in vier Schritten

#1. Ankermerkmal in den Teilen suchen

Sieh dir zuerst die Einzelteile an und suche das auffälligste Merkmal: den spitzesten Winkel, die längste gerade Kante, eine ungewöhnliche Rundung oder eine einspringende Ecke. Dieses Merkmal muss in der Lösungsfigur irgendwo auftauchen oder mit einem anderen Teil verschwinden.

#2. Antwortfiguren ausschließen

Prüfe die vier Figuren daraufhin, welche das Ankermerkmal überhaupt aufnehmen kann. Eine Figur mit ausschließlich rechten Winkeln kann kein Teil mit 30-Grad-Spitze vollständig aufnehmen, ohne dass eine zweite Spitze übrig bleibt. Meist fallen so zwei bis drei Optionen sofort weg.

Dieser negative Blick ist der eigentliche Zeitgewinn. Wer stattdessen jede Figur gedanklich zusammenbaut, schafft die 15 Aufgaben nicht.

#3. Flächen grob vergleichen

Bleiben zwei Optionen übrig, hilft die Flächenschätzung. Die Summe der Teilflächen muss zur Fläche der Lösungsfigur passen. Ein deutlich zu großes oder zu kleines Ergebnis schließt eine Option aus, ohne dass du ein einziges Teil drehen musst.

#4. Gezielt drehen

Erst jetzt wird rotiert, und zwar nur das Ankerteil. Du drehst es so, dass sein markantes Merkmal an der passenden Stelle der verbliebenen Figur liegt. Die Lage der übrigen Teile ergibt sich meist von selbst.

#Häufige Fehler

Sofort drehen. Rotation im Kopf ist aufwendig. Wer damit beginnt, statt auszuschließen, verbraucht Arbeitsgedächtnis für Optionen, die schon aus geometrischen Gründen ausscheiden.

Spiegeln, ohne es zu merken. Bei asymmetrischen Teilen ist das der häufigste stille Fehler. Die Lösung sieht stimmig aus, das Teil ist aber seitenverkehrt. Achte bewusst darauf, ob du gerade drehst oder wendest.

Symmetrie übersehen. Viele Teile sehen nach 180 Grad Drehung gleich aus. Wer das nicht erkennt, prüft dieselbe Konfiguration zweimal.

Zu lange bleiben. Setze im Training ein hartes Limit von 80 Sekunden. Wer das nicht übt, hält es im Test nicht ein und verliert am Ende Aufgaben, die leicht lösbar gewesen wären.

#Wie sich der Untertest wirklich verbessern lässt

Räumliches Vorstellungsvermögen wächst durch Menge mit Variation, nicht durch Wiederholung derselben Aufgaben. Löst du dieselben 40 Figuren dreimal, misst dein Ergebnis beim dritten Mal vor allem dein Gedächtnis. Löst du 1.000 verschiedene Figuren, misst es deine Fähigkeit.

CognitAT erzeugt jede Figurenaufgabe neu, mit anderer Zerlegung, anderen Rotationswinkeln und anderer Teilanzahl. Eine Animation zeigt anschließend, wie sich die Teile korrekt fügen, sodass du bei einer falschen Antwort siehst, an welcher Stelle dein Denkfehler lag.

#Wie viele Figuren brauchst du wirklich?

Am Testtag löst du 15 Figuren. Wer im Training ebenfalls 15 am Tag löst, hat nach vier Wochen rund 400 Figuren gesehen. Das reicht, um das Format zu kennen, aber nicht, um es zu beherrschen.

Räumliche Aufgaben werden schneller, weil dein Gehirn typische Zerlegungen wiedererkennt: die schmale Dreiecksspitze, die Viertelkreis-Ecke, das Trapez, das nur an einer Stelle passt. Dieser Katalog baut sich über Hunderte von Aufgaben auf, nicht über Dutzende. Realistisches Ziel bis zum Testtag sind 1.000 bis 1.500 gelöste Figuren.

#Trainingsplan über vier Wochen

WocheZielTagespensum
1Format und Ausschlussverfahren verinnerlichen25 Aufgaben ohne Zeitlimit
2Tempo aufbauen40 Aufgaben mit 100 Sekunden Limit
3Prüfungstempo50 Aufgaben mit 80 Sekunden Limit
4Stabilisieren50 Aufgaben im Wechsel mit anderen Aufgabengruppen

Das sind rund 1.150 Figuren in vier Wochen, bei etwa 40 bis 60 Minuten täglich. Wer weniger Zeit hat, halbiert die Zahlen und verlängert den Plan, statt das Pensum pro Tag auf eine Handvoll Aufgaben zu drücken.

Zwei Dinge machen dieses Pensum überhaupt möglich. Erstens: Aufgaben, die nicht ausgehen. Ein Übungsbuch mit 60 Figuren ist nach zwei Trainingstagen leer, danach löst du Erinnerungen statt Aufgaben. CognitAT erzeugt jede Figur neu, du kannst also 50 am Tag kreuzen, ohne dass eine davon zweimal vorkommt. Zweitens: sofortige Auflösung. Nach jeder Aufgabe siehst du die Animation des Lösungswegs, dadurch wird auch das schnelle Pensum zu echtem Training statt zu Raten im Akkord.

Wichtig ist außerdem der Wechsel: Am Testtag folgt direkt nach Figuren zusammensetzen die Lernphase von Gedächtnis und Merkfähigkeit. Das Umschalten zwischen völlig verschiedenen Anforderungen gehört ab Woche 4 ins Training.

Weiter zur nächsten Aufgabengruppe: Gedächtnis und Merkfähigkeit oder direkt mit dem Figurentraining starten.

#Quellen und Stand der Angaben

Aufgabenzahlen, Zeitlimits und Gewichtungen entsprechen den zuletzt durchgeführten Testjahren (Stand: August 2026). Verbindlich sind immer die offiziellen Angaben der Medizinischen Universitäten auf medizinstudieren.at. Prüfe dort insbesondere Anmeldefrist, Kostenbeitrag und Testtermin, bevor du deinen Lernplan festlegst.

Häufige Fragen

Wie läuft der Untertest Figuren zusammensetzen ab?
Du bearbeitest 15 Aufgaben in 20 Minuten, das sind rund 80 Sekunden pro Aufgabe. Vorgegeben sind mehrere Einzelteile, gesucht ist die Figur unter den Antwortmöglichkeiten A bis D, die sich daraus vollständig zusammensetzen lässt. Option E bedeutet, dass keine der Figuren passt.
Dürfen die Teile gespiegelt werden?
Nein. Die Teile dürfen gedanklich gedreht, aber nicht gespiegelt oder in ihren Proportionen verändert werden. Wer eine Lösung nur durch Spiegeln erreicht, hat die Aufgabe falsch gelöst.
Darf man beim MedAT auf dem Testblatt zeichnen?
Nein. Seit 2021 darf auf den Testunterlagen nichts markiert oder gezeichnet werden. Die Figuren müssen ausschließlich im Kopf zusammengesetzt werden, was das Training ohne Hilfslinien besonders wichtig macht.