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MedAT Basics · 3 Min. Lesezeit

MedAT Punkte und Gewichtung: So entsteht dein Rangplatz

Der MedAT ist ein Reihungsverfahren ohne Bestehensgrenze. Wer weiß, wie die Testteile gewichtet werden und dass es keine Minuspunkte gibt, setzt Lernzeit und Testzeit deutlich effizienter ein.

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Viele lernen monatelang, ohne genau zu wissen, wie das Ergebnis zustande kommt. Das ist ein Problem, denn die Auswertungslogik hat direkte Folgen für die Lernplanung und für das Verhalten am Testtag.

#Der MedAT ist ein Reihungstest

Es gibt keine Bestehensgrenze. Alle Teilnehmenden eines Standorts werden nach ihrem Gesamtergebnis gereiht, die verfügbaren Studienplätze werden von oben nach unten vergeben.

Daraus folgen zwei Dinge. Erstens ist dein Ergebnis relativ: Es zählt nicht, wie gut du objektiv warst, sondern wie gut im Vergleich zu den anderen an deinem Standort. Zweitens zählt jeder einzelne Punkt, weil im entscheidenden Bereich der Rangliste oft nur wenige Punkte zwischen den Plätzen liegen.

#Die Gewichtung

TestteilMedAT-HMedAT-Z
BMS40 %40 %
KFF40 %30 %
Textverständnis10 %entfällt
Manuelle Fertigkeitenentfällt20 %
SEK10 %10 %

Im MedAT-H entscheiden BMS und KFF zusammen über vier Fünftel des Ergebnisses.

#Punktevergabe und Minuspunkte

Jede richtige Antwort zählt einen Punkt. Falsche Antworten zählen null Punkte, abgezogen wird nichts. Aus dieser einen Regel ergibt sich die wichtigste Testtagsstrategie überhaupt.

Bei fünf Antwortmöglichkeiten liegt die Trefferwahrscheinlichkeit beim reinen Raten bei 20 Prozent. Wer zwei Optionen ausschließen kann, kommt auf 33 Prozent. Über den gesamten Test summiert sich das auf mehrere Punkte, die im Reihungsverfahren den Unterschied machen können.

Plane deshalb in jedem Testteil die letzten ein bis zwei Minuten fest dafür ein, offene Felder auszufüllen. Ein leeres Feld ist eine sicher verlorene Chance.

#Was das für die Lernstrategie bedeutet

Der schwächste Bereich bringt am meisten. Weil alle Teile gewichtet einfließen, ist der Ertrag pro Lernstunde dort am höchsten, wo du aktuell am schlechtesten bist. Wer im Probetest im BMS bei 75 Prozent liegt und im KFF bei 45 Prozent, holt im KFF pro Stunde deutlich mehr.

KFF wächst schneller, aber nur über Menge. BMS-Wissen wächst ungefähr linear mit dem Aufwand. Die KFF-Leistung springt dagegen, sobald eine passende Strategie angewendet wird, und stabilisiert sich danach über Hunderte von Aufgaben. Vierzig Prozent der Wertung hängen damit an einer Größe, die du direkt steuern kannst: der Zahl der gelösten Übungsaufgaben. Als Orientierung dienen über 5.000 Aufgaben bis zum Testtag, verteilt auf alle fünf Gruppen. Deshalb ist es riskant, das KFF-Training auf die letzten Wochen zu verschieben: Die Menge lässt sich nicht nachholen.

Textverständnis nicht ignorieren. 10 Prozent klingen wenig, entsprechen aber dem gesamten SEK-Bereich. Zwei gezielte Einheiten pro Woche genügen meist, um hier keine Punkte zu verschenken.

SEK realistisch einschätzen. Die drei Aufgabengruppen Emotionen regulieren, Emotionen erkennen und Soziales Entscheiden lassen sich nur begrenzt trainieren. Formatkenntnis und ein paar Übungsdurchgänge reichen aus, mehr Zeit ist dort selten gut investiert.

#Kontingente und Standortwahl

In der Humanmedizin werden die Plätze innerhalb von Kontingenten vergeben: mindestens 75 Prozent für Bewerberinnen und Bewerber mit österreichischem Reifezeugnis, insgesamt 95 Prozent für EU-Bewerberinnen und -Bewerber, bis zu 5 Prozent für Personen aus Drittstaaten. In der Zahnmedizin gilt keine Kontingentregelung, dort entscheidet allein das Testergebnis.

Da du dich an genau einem Standort anmeldest, konkurrierst du auch nur mit den dortigen Teilnehmenden. Die Zahl der Plätze unterscheidet sich deutlich:

StandortStudienplätze 2026/27
Wien784
Innsbruck430
Graz406
Linz330 (nur Humanmedizin)

Wie viele Personen sich pro Standort anmelden, steht erst nach Ende der Anmeldefrist fest. Die Standortwahl auf Basis alter Bewerberzahlen zu optimieren, ist daher unsicher.

#Zusammengefasst

  • Rangliste statt Bestehensgrenze, jeweils pro Standort
  • BMS und KFF machen im MedAT-H zusammen 80 Prozent aus
  • keine Minuspunkte, also jede Frage beantworten
  • der größte Zuwachs liegt fast immer im schwächsten Bereich

Wenn du wissen willst, wo dein schwächster KFF-Bereich liegt: Das Fortschritts-Dashboard von CognitAT wertet die Trefferquote pro Aufgabengruppe aus, mit neu erzeugten Aufgaben, die deine Statistik nicht durch Wiedererkennung verfälschen.

#Quellen und Stand der Angaben

Aufgabenzahlen, Zeitlimits und Gewichtungen entsprechen den zuletzt durchgeführten Testjahren (Stand: August 2026). Verbindlich sind immer die offiziellen Angaben der Medizinischen Universitäten auf medizinstudieren.at. Prüfe dort insbesondere Anmeldefrist, Kostenbeitrag und Testtermin, bevor du deinen Lernplan festlegst.

Häufige Fragen

Gibt es beim MedAT eine Mindestpunktzahl?
Nein. Der MedAT ist ein Reihungstest: Die Studienplätze werden an jedem Standort in der Reihenfolge der Gesamtergebnisse vergeben. Es zählt der Rangplatz, nicht das Erreichen einer festen Punktegrenze.
Werden falsche Antworten beim MedAT abgezogen?
Nein. Jede richtige Antwort zählt einen Punkt, falsche Antworten zählen null Punkte, es gibt keinen Abzug. Daraus folgt: keine Frage unbeantwortet lassen.
Welcher Testteil bringt die meisten Punkte?
Im MedAT-H sind BMS und KFF mit je 40 Prozent gleich stark gewichtet. Da sich die KFF-Leistung durch Training oft schneller steigern lässt als der gesamte BMS-Stoff, ist sie für viele der effizientere Hebel.
Welche Kontingente gelten beim MedAT?
In der Humanmedizin gehen mindestens 75 Prozent der Plätze an Bewerberinnen und Bewerber mit österreichischem Reifezeugnis, insgesamt 95 Prozent an EU-Bewerberinnen und -Bewerber und bis zu 5 Prozent an Personen aus Drittstaaten. In der Zahnmedizin gibt es keine Kontingentregelung.